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Geschichte

Das ACP wurde 1982 vom damaligen burgenländischen Landesrat für Kultur, Dr. Gerald Mader, gegründet. Er selbst meinte, die Idee entstand im Zuge seiner Überlegungen, was Kulturpolitik in Zeiten des Kalten Kriegs, und in einer Region, welche am scheinbaren Ende von Europa entlang des Eisernen Vorhangs lag, zum Abbau des Ost-West Konfliktes beitragen könnte. Unterstützt von der damaligen Wissenschaftsministerin Hertha Firnberg, gründeten die beiden als Privatpersonen den Verein „Österreichisches Institut für Friedensforschung“, das heutige ACP.

In den ersten 10 Jahren konzentrierte sich die Tätigkeit auf Forschung und Publikationen, 1983 wurde zum ersten Mal die Sommerakademie abgehalten und 1984 die State-of-Peace Konferenz. Beide Veranstaltungen fanden bis Ende der 2020er Jahre jährlich statt.

Gleichzeitig entstand eine beindruckende Infrastruktur:
Die Büroräumlichkeiten wurden in der Burg Schlaining eingerichtet, aus der Burgbastei wurde ein modernes Konferenzzentrum, aus der ehemaligen Schmiede und dem Zeughaus der Burg wurde das Hotel Burg Schlaining, und die ehemalige Synagoge wurde renoviert und wurde die Heimat der Friedensbibliothek.

Ende der 80er wurde zusätzlich das Schwesterinstitut „Europäisches Universitätszentrum für Frieden (EPU)“ gegründet und im Zuge dessen auch noch ein modernes Studentenwohnheim, das Haus International, errichtet.

In den 90er Jahren wurde die Erweiterung des Portfolios geprägt vom Ende des Kalten Kriegs und dem Krieg im ehemaligen Jugoslawien. Ab 1993 wurde weltweit das erste Trainingsprogramm für zivile Fachkräfte zum Einsatz in Krisengebieten angeboten. Das „International Civilian Peacekeeping and Peacebuilding Training Programme (IPT) ist auch heute noch Bestandteil des Trainingsangebots. Und man begann auch mit der Unterstützung von Dialogprozessen und Vermittlung zwischen Konfliktparteien. Regionaler Fokus dafür war der Südkaukasus und das ehemalige Jugoslawien.

Im Jahr 2000 wurde die Burgenländische Landesausstellung zum Thema „Vom Kult der Gewalt zur Kultur des Friedens“ ausgerichtet, welche dann in das Europäische Museum für den Frieden umgewandelt wurde. Das ACP betrieb das Museum bis Ende 2019.

Das erste Jahrzehnt im neuen Millennium war gekennzeichnet vom Ausbau der Trainingsprogramme. 2001 wurde das ACP von der EU Kommission beauftragt, europaweite Trainingstandards und harmonisierte Trainingsangebote gemeinsam mit anderen europäischen Trainingsinstitutionen zu entwickeln. Auf diesem Projekt basieren bis heute alle Trainingsangebote der EU für zivile Fachkräfte, und das ACP ist nach wie vor aktives Mitglied in den EU Trainingskonsortien.
Auch die Aktivitäten im Bereich Friedenspädagogik wurden ausgebaut. Seit 2007 werdem die „Friedenswochen“, Trainings für Schüler*innen und Lehrer*innen, angeboten.

40 Jahre ACP

In Europa kann es zur Änderung der herrschenden Politik nur kommen, wenn es gelingt, mit Hilfe der Zivilgesellschaft ein generelles Umdenken zu bewirken.

Ein solcher Bewusstseinswandel hieße:
- Weg vom Freund/Feind Denken der Politik hin zu einer Bereitschaft zur globalen Kooperation und Solidarität mit allen Völkern und Kulturen;
- Weg vom Konkurrenzdenken der neoliberalen Geisteshaltung und Rückbesinnung auf Gemeinschaftssinn, soziale Gerechtigkeit und aufklärerische Ethik;
- Weg von der Realpolitik der nationalen Interessen zu einem kosmopolitischen Bewusstsein;
- Weg von der hierarchischen Machtpolitik zu mehr Selbstbeschränkung, Mäßigung und zu ein wenig Demut.

Gerald Mader in „Von der Utopie zur Wirklichkeit. Friedensarbeit in Stadtschlaining – Rückschau und Reflexion, 2016