AKTUELLE STELLUNGNAHMEN

 

Gerald Mader: Die Chancen eines Kurswechsels im EU-Parlament, in: derStandard.at vom 10.Juni 2009


Gerald Mader: Realität und Vision, in: derStandard.at vom 26.Mai 2009


Gerald Mader: Politik mit apokalyptischen Zügen, in: DIE PRESSE vom 5. September 2008


August/September 2007:

25 Jahre ÖSFK – Eine Utopie wird Wirklichkeit

Vor 25 Jahren, am 6. September 1982 gründeten die damalige Wissenschaftsministerin Herta Firnberg und der damalige Landesrat für Kultur Gerald Mader das Österreichische Institut für Friedensforschung als privaten, unabhängigen Verein, das später den Namen Österreichisches Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung (ÖSFK) erhielt. Die Vereinskonstruktion hat den späteren Ausbau von Schlaining ermöglicht. Das Projekt wurde von einem 100-köpfigen Personenkomitee unter Vorsitz des ehemaligen Bundeskanzlers Bruno Kreisky unterstützt, das am 1. April 1985 die Öffentlichkeit aufforderte, das Projekt ideell und finanziell zu unterstützen.

Gerald Mader übernahm nach seinem Ausscheiden aus der Burgenländischen Landesregierung (November 1984) als Präsident des Instituts die Geschäftsführung. In den folgenden Jahren gelang es, mit Hilfe öffentlicher und privater Mittel, die notwendige Infrastruktur auszubauen. Aus dem zerstörten Burgteil wurde ein Konferenzzentrum, aus dem mittelalterlichen Zeughaus ein Konferenzhotel und aus der restaurierten Synagoge eine Friedensbibliothek. Mit Hilfe eines Wohnbaudarlehens wurde ein Studentenhotel (Haus International) errichtet, in dem die Studierenden des post-graduate Lehrgangs wohnen können.

Auf Bundesebene wurde das Projekt in seiner Aufbauphase insbesondere vom damaligen Wissenschaftsminister Heinz Fischer (Basissubvention), vom damaligen Sozialminister Alfred Dallinger (Beistellung von 35 Langzeitarbeitslosen) und vom späteren Wissenschaftsminister Erhard Busek (Zuerkennung des universitären Status) unterstützt. Auf Landesebene förderte Landeshauptmann Karl Stix das ÖSFK bei der Errichtung des Studentenhotels (Wohnbaudarlehen) und durch Gewährung einer Basissubvention.

Inzwischen wurde aus der Utopie eine Realität, wozu die Internationale Sommerakademie, die Publikationsreihe Dialog und der Aufbau von Trainingskursen für zivile Kriseneinsätze beitrugen, die nicht nur in Schlaining, sondern in Afrika, Zentralasien, Kaukasus und Sri Lanka durchgeführt wurden. Diese erfolgten über Auftrag der Weltbank, der UNO, der OSZE, der EU und des österreichischen Außenministeriums.

15 Jahre EPU – Ein Erfolgsmodell

Im Jahre 1988 wurde das Europäische Universitätszentrum für Friedensstudien (EPU) vom ÖSFK und europäischen UNESCO-Kommissionen gegründet. Gerald Mader wurde zum Präsidenten gewählt. ÖSFK und EPU bilden seit dieser Zeit das Friedenszentrum Burg Schlaining.

Seit dem Jahre 1992 führt das EPU aufgrund einer Verordnung des Wissenschaftsministeriums das Master Programm „Peace and Conflict Studies“ durch, das sich bei den Studierenden großer Beliebtheit erfreut. Das Studium besteht aus 3 Trimestern in Stadtschlaining und einem Prüfungstrimester. Die Studierenden und Professoren kommen aus der ganzen Welt. Die Unterrichtssprache ist Englisch, die Finanzierung erfolgt aus den Studiengebühren (Euro 12.000 einschließlich Wohnen im Haus International). Jährlich melden sich 200 bis 300 Studierende an. Es können aber nur 44 Studierende aufgenommen werden, da im Haus International nicht mehr Platz ist.

Die Fortsetzung dieses Erfolgsmodells ist nur möglich, wenn das EPU in eine Privatuniversität umgewandelt werden kann, da die bisherige Rechtsgrundlage (Verordnung des Wissenschaftsministeriums) mit 31. Dezember 2010 außer Kraft tritt. In einer außerordentlichen Generalversammlung hat die Geschäftsführung des EPU beschlossen, den Antrag auf Akkreditierung als Privatuniversität beim Österreichischen Akkreditierungsrat zu stellen. In der Gründung der Privatuniversität wird aber gleichzeitig die Chance gesehen, damit neue utopische Zielsetzungen anzustreben.

Privatuniversität mit utopischen Zielsetzungen

Mader: Normen in Macht integrieren – eine wichtige Aufgabe der Friedenswissenschaft

Die künftige Privatuniversität soll den Namen „EPU – European Peace University. Private Universität“ erhalten. Sie versteht sich als Europäische Friedensuniversität und will damit 3 Zielsetzungen verbinden, die teilweise utopisch erscheinen mögen wie seinerzeit die Gründung des ÖSFK vor 25 Jahren.  

Auf der Suche nach Sponsoren

Diese letztere Zielsetzung hat nur dann eine Chance auf Realisierung, wenn es gelingt, jene finanziellen Mittel aufzutreiben, die notwendig sind, die Gehälter von qualifizierten Professoren zu bezahlen, die zur Mitarbeit an der Privatuniversität bereit sind und im Aufbau eines friedenspolitischen Forschungszentrums eine reizvolle Aufgabe sehen. Wir sind daher auf der schwierigen Suche nach Sponsoren. Die Initiatoren des Projektes sind sich daher bewusst, dass die Konkretisierung eines solchen Projektes großer Anstrengungen, einer großen Beharrlichkeit und auch des notwendigen Zeitglücks bedarf. Die Initiatoren glauben jedoch, dass die Zeit für ein neues Denken günstig ist, auch wenn der Zeitgeist (Rüstungswettlauf, Energie- und Klimakrise, Kluft zwischen Arm und Reich) dagegen zu sprechen scheint. Die große Chance Europas liegt nicht im Aufbau von Hard Power und einer militärischen Weltmacht, sondern in einer glaubwürdigen Politik, die sich auf Soft Power stützt und auf militärische Interessensdurchsetzung verzichtet.


November 2006:

An alle, die dem Schlaininger Friedensinstitut verbunden sind

Das Österreichische Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung (ÖSFK) ist Eigentümer des Hauses International, in dem die Studierenden des EPU-Lehrgangs untergebracht sind. Alle sonstigen Veranstaltungen einschließlich der Internationalen Sommerakademie finden im Hotel Burg Schlaining statt.

Das Hotel stand bisher im Eigentum von Herrn Wolfgang Strobach, mit dem wir bestens kooperiert haben. Leider ist er aus finanziellen Gründen nicht in der Lage, den Hotelbetrieb weiterzuführen. Da wir unsere Veranstaltungstätigkeit nicht einstellen wollen, haben wir uns entschlossen, das Eigentumsrecht am Hotel Burg Schlaining mit allen damit verbundenen Risken zu übernehmen und den Betrieb auf eigene Rechnung zu führen.

Wir müssen nicht nur gewisse Investitionen in das Hotel vornehmen, sondern geht es vor allem darum, die Auslastung zu verbessern, damit das Hotel kostendeckend geführt werden kann. In dieser schwierigen Situation richten wir an alle Institutionen, Vereine und Organisationen, von denen wir annehmen, dass sie der Friedensarbeit des ÖSFK positiv gegenüberstehen, die Bitte, zu prüfen, ob sie selbst oder in ihrem Wirkungskreis eine Konferenz, ein Seminar, einen Workshop oder eine sonstige Veranstaltung im Jahre 2007 im Hotel Burg Schlaining durchführen könnten. Es wäre dies eine große Hilfe bei unserer Friedensarbeit, für die wir ihnen sehr dankbar wären.

Wir hoffen, Sie in Stadtschlaining begrüßen zu können.

Dr. Gerald Mader